Rob Hart: Der Store – mit kurzem Interview

Rob Hart: Der Store

Rob Hart:

Der Store

Stell dir vor, es gibt einen weltumspannenden Konzern, der dir alles liefert, was du brauchst in einer unfassbaren Geschwindigkeit und per Drohne. Kontakt mit oder warten auf einen Boten ist also unnötig. Ist nicht so schwer vorstellbar, richtig?

Bis auf die Drohne ist es auch real und unfassbar bequem?

Gut, dann stell dir weiter vor, dass alle lokalen Läden tot sind, weil sie entweder nicht zum gewünschten Preis an diesen Konzern liefern konnten und der daraufhin ihre Produkte nachgebaut und billiger verkauft hat oder niemand mehr für sie arbeiten wollte, weil der Konzern coolere Jobs hatte. Überall.

Auch nicht so utopisch.

In Der Store wird das real. Und nach dem ersten großen Schreck schauen wir fasziniert dem Leben und Arbeiten in einer der Zentralen zu durch die Augen von einem Securitymitarbeiter und einer Lagerarbeiterin, beide mit ihrer eigenen Agenda. Und der Schock wird ganz subtil immer größer, wenn wir lesen, in wie großem Maß der Konzern Einfluß und Einsicht nimmt bei Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten und wie stark seine Lobbyarbeit auch bei Regierungen ist. Wer Arbeitsplätze schafft und Steuern zahlt, hat eine Stimme, die lauter wird, wenn die Nullen hinter den Summen viele sind.

Nach dieser Lektüre bin ich umso mehr für den Buchhändler um die Ecke. Ihr auch?

Der Autor sagt übrigens zu seiner Message:

Was ist die Idee hinter ‚DER STORE‘?

Ich wollte ein Buch über etwas schreiben, das mich wütend macht – die Art und Weise, wie große Unternehmen ihre Angestellten zu einem Wegwerfprodukt gemacht haben. Über die Situation außerhalb der USA kann ich nicht viel sagen, aber bei uns regiert weitgehend die Vorstellung, man sollte sich glücklich schätzen, wenn man einen Job hat, selbst wenn dieser Job nicht zum Leben ausreicht, gefährlich ist oder einen ungerechtfertigten Einsatz verlangt.

Verstehen Sie das Buch als direkte Kritik an der heutigen Gesellschaft, und wenn ja, auf welche Weise?

Auf jeden Fall. Dabei geht es mir nicht nur um die erwähnten Probleme, sondern auch um das Zusammenspiel von Verbrauchern und großen Unternehmen. Als Gesellschaft haben wir uns entschieden, dass unsere Annehmlichkeiten wichtiger sind als die Unannehmlichkeiten anderer. Zum Beispiel wissen viele Leute, die ein iPhone besitzen, dass diese Geräte unter Arbeitsbedingungen hergestellt wurden, die in den Vereinigten Staaten illegal wären. Trotzdem kaufen wir solche Sachen, weil sie uns gefallen.

Findet ihr solche Einblicke in die Intension des Autors spannend?

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