Judith Visser:
Mein Leben als Sonntagskind
Anlass: Jasmijn ist anders als die anderen, das wird schon an ihren ersten Tagen in der Vorschule klar: ihr ist alles zu laut, zu ungewohnt, zu viele Kinder – sie will nur nach Hause zu ihrer Mama und Hündin Senta. Über die Jahre lernt sie, was von ihr erwartet wird und kann erwartete Reaktionen abspielen, wenn sie sich konzentriert und ihr Gegenüber kennt, doch es strengt sie an, Migräne, Erbrechen und Sehnsucht nach Ruhe folgen. Ihre Mutter sagt, dass sie eben anders ist und sich ja bemüht.Irgendwann findet Jasmijn eine Freundin, hat einen Freund, findet einen Job, in dem sie zurecht kommt, doch sie braucht feste Regeln und Strukturen, unvorhersehbares wirft sie aus der Bahn.
Meinung: Das ist ein Roman mit autobiographischen Zügen, der auch gelesen werden kann von Angehörigen/Freunden von Kindern und Jugendlichen mit autistischen Anlagen – in mir hat es Verständnis geweckt für deren spezielle Bedürfnisse, ihre Art, die Welt zu sehen und auch das Unvermögen, genau auszudrücken, was jetzt fehlt oder zu viel ist. Natürlich ist nicht jede*r AutistIN gleich, aber mir helfen Romane von Betroffenen eher mich einzufühlen als Sachbücher – geht es euch auch so? Trotz des ernsten Themas ist es flüssig geschrieben und ich habe mich mit Jasmijn oft gefreut oder geärgert.
Für wen: Angehörige/Freunde von Kindern und Jugendlichen mit autistischen Anlagen
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