Die Kleidermacherin

Nuria Pradas: Die Kleidermacherin

Nuria Pradas: Die Kleidermacherin

Nuria Pradas:

Die Kleidermacherin

Anlass: Ich lese in letzter Zeit sehr gerne Moderomane mit “Bedeutung” – also solche, die nicht nur mein modisches Wissen erweitern, sondern mich auch schlauer machen soll über eine Zeit/ein Land/ einen Designer tbc. Dieses sollte mich neben seinem tollen Cover (Der Hut! Der Pelzkragen!) über Spanien im Bürgerkrieg informieren.

Inhalt: Der Klappentext berichtet von der Geschichte eines Mannes zwischen zwei Frauen (Ferrán zwischen der Verkäuferin Laia und der Erbin Roser) im Barcelona des Jahres 1917. Meiner Meinung nach geht es eher um die Geschichte eines Modehauses in Barcelona zwischen 1917 und 1938, seine Mitarbeiter und das (Über)leben zwischen “normaler” Bürgerlichkeit, Rebellion, Bomben und dem Sieg des Franco-Faschismus. Ja, es gibt eine Liebesleidgeschichte zwischen den drei Erstbenannten, diese nimmt aber nur das erste Viertel ein. Danach haben wir aber noch: das Erheben der Arbeiterklasse, Single-Mutter-Probleme in den 1920er Jahren, Homosexualität und ihr Verbot, Freundschaft, Zweifel, Weltausstellung, Affären, neue Baustile… . Und das alles auf 395 Seiten! Der spanische Bürgerkrieg ist leider kaum Thema des deutschen Lehrplans(jedenfalls nicht für Abitur 2001 gewesen) und ich fand es hochspannend, darüber zu lesen. Hier habe ich schon über ein Buch mit ähnlichem Thema geschrieben und mich darüber geärgert, dass ich so wenig bis dahin darüber wusste. Diese plastischen Schilderungen von Not, Elend und Hunger haben meiner mitteleuropäischen Wohlfühlseele ganz schön zugesetzt – und wie Menschen sich in diesem Buch unter den gegebenen Bedingungen sich verändern, auch.

Meinung: Um Genís und seine Art hätte ich weinen können -leider war er die einzige Figur aus dem Buch, die mir so richtig naheging. Die anderen waren mir so-fern. Man erfuhr zwar viel über sie, aber ich habe ihr Handeln emotional nicht wirklich nachvollziehen können. Was z.B. Laia betrifft, wie sie mit ihrem Kind umgeht, war mir unbegreiflich. Den Gewissenskonflikt von Teresa habe ich nicht nachvollziehen können  das sagt euch jetzt alles nichts, aber mir fehlten die Gedankengänge der Figuren. Ich konnte sie nur von “außen” betrachten und da blieben sie leider etwas farblos.

Für wen: Die, die der spanische Bürgerkrieg als Thema interessiert und die knapp 400 Seiten lesen würden, aber vor den 980 von Julia Navarro aus meinem obigen Link zurückschrecken.

 

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