Wann wird aus einem Buch ein Hype- kritische Gedanken

Habt ihr euch schon mal gefragt, woher der Hype bei manchen Büchern kommt? Vor allem, wenn ihr den so gar nicht nachvollziehen konntet?

Wenn ihr beschlossen habt, das Buch ist langweilig, unspannend, nicht gerade erotisch, schlecht recherchiert oder sogar frauenverachtend? Und trotzdem stürmt es die Bestsellerlisten, wird in all euren Facebookgruppen besprochen und liegt stapelweise im Buchhandel?

Nun, generell ist die Frage, woher weiß ein Buchhändler, was ein Buch können muss, um ein Bestseller zu sein? Jenseits von seiner oder ihrer Erfahrung und Kenntnis der typischen Kundschaft(wusstet ihr, dass der Durchschnittsdeutsche im Jahr zehn Bücher liest? Ich bin also eine 12köpfige Familie..) ist ein wichtiger Hinweis, ob das Buch bereits im Ausland ein Erfolg war. steht also New York Times Bestseller darauf oder „Der Sommerhit aus den USA“ oder „Der neue Thrillererfolg aus England“, stehen die Chancen weit aus größer, dass es auch hierzulande gekauft wird.

Dann gibt es natürlich auch unsere hiesige Presse, die zu einem Buch sagt „Der Skandalerfolg aus Frankreich“ und ein anderes unerwähnt lässt. Und natürlich all die, die uns täglich umgeben und fragen: Hast du den neuen Potter gelesen? Was sagst du zu 50Shades?

Eine wesentliche Rolle spielt natürlich auch das Verlagsmarketing: in die Vermarktung welchen Titels wird Geld investiert? Und natürlich ist die sichere Bank immer der Titel, der auch woanders schon die Kassen vollgespült hat mit dem attraktiven Autor oder der neue Band einer Serie einer bekannten Bestsellerautorin.

Böse gesagt, ist das Rezept für einen Bestseller in 2018 also: schreibe eine Geschichte, die auf einem erfolgreichen anderen Buch basiert(50 Shades ist ja Fanfiction zu Twilight), wandle die Charaktere etwas ab, streue darüber einen sexy Skandal, mache es aber nicht zu heiß und lass jemanden spektakulär sterben am Ende für einen Cliffhanger, damit die Leser auch Band zwei kaufen. Veröffentliche bei einem US-Verlag und lehn dich zurück. Umrühren, fertig! Alternativ: wenn du ein deutscher Autor bist, schreibe amüsant über innerkörperliches, ohne unschöne Bilder im Kopf zu verursachen und sieh auf dem Cover telegen aus.

*Sarkasmuslevel aus*

Ich bin ja erwiesenermaßen ein Fan von kleinen Filmen, individuellen Hotels, familiengeführten Läden und eben auch Büchern, die vielleicht sperrig oder unbequem sind(jaja, ich lese auch Herz und Schmerz, ich weiß). Ich wünsche uns allen mehr Lesemut, Entdeckerleidenschaft und mehr als zehn Bücher im Jahr. Greift mal neben den Bestsellertisch und lasst euch überraschen…. .

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4 comments on “Wann wird aus einem Buch ein Hype- kritische Gedanken”

  1. Michaela Göhr Antworten

    Ein erfrischend geschriebener Artikel, der mal wieder vor Augen führt, wie stumpfsinnig das Rezept für Erfolg in dieser Welt ist : Kopiere etwas Erfolgreiches, verändere es so, dass jeder es wiedererkennt und gleichzeitig glaubt, er hätte etwas Neues in der Hand, und vermarkte es als den „letzten Schrei“. Funktioniert in der Mode, der Musik, beim Film und leider auch in der Literatur. Die Menschen wollen Bekanntes. Sie lieben es – und beschweren sich gleichzeitig darüber, dass es „nichts Neues“ mehr gibt …

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