Kirche als Moralagentur?

Hans Joas: Kirche als Moralagentur?

Hans Joas: Kirche als Moralagentur?

Hans Joas:

Kirche als Moralagentur?

Anlass: Es wird mit der Rede von Moral auch ein Bereich von praktischen Wertvorgaben (Werte, Güter, Pflichten, Rechte), Handlungsprinzipien, oder allgemein anerkannter  Urteile verbunden -sagt Wikipedia. Woher wissen wir denn, was moralisch gut und richtig ist und wer sagt uns das? Das ist eine Frage, die mich zum Jahresende beschäftigt hat. Der Kösel Verlag, der dieses Buch herausgibt, sagte mir gar nichts und ich habe ihm hier einmal quasi blind vertraut.

Inhalt: Auf 90 Seiten geht Hans Joas zurück zum zweiten vatikanischen Konzil und setzt die dort beschlossenen Neuerungen an der katholischen Kirche und ihren Grundsätzen ins Verhältnis zu unserer heutigen Zeit. Aber er geht viel weiter: er wirft das Thema auf, dass Kirche nicht mehr die eine Art der Religionsausübung ist, sondern es vielmehr „organisationslose religiöse Individualisten“ gibt – diese können den Weg in Kirche finden, müssen aber nicht. Was also tun angesichts von Mitgliederschwund, Überalterung, Dogmendiskussionen und politisch-gesellschaftlicher Verantwortung? Wie geht Kirche im 21. Jahrhundert und welche Funktion hat sie, welche Chance? Ihm erscheint es logisch, Mystik, Sekte und Kirche -drei Aspekte aus unterschiedlichen Zeiten des Christentums- miteinander zu verknüpfen und sich so neu anzubieten als Weltkirche. Eine globale Orientierung, die sich nicht in sich selbst sakralisiert und kompromissfähig ist, hat in seinen Augen die größte Überlebenschance. Nicht jedoch eine Kirche, die Vertreter hat, die den einen moralischen Ansatz gepachtet haben wollen. Er zitiert hier eine Sprecherin auf der Synode des EKD, die den Anspruch an jeden einzelnen Christen hatte, stets gegen Hartherzigkeit und Egoismus in der Öffentlichkeit vorzugehen und immer nur an den einzelnen zu denken(es ging in der Rede um die Flüchtlingsbewegung nach Deutschland). Hier wurde der moralische Anspruch an die caritativen Fähigkeiten des Einzelnen so gesteigert, dass man glauben muss, man wäre schlechter Christ oder sogar Mensch, wenn man auf die politische Problemlage auch nur hinweist. Dieser absolute Anspruch grenzt ab- und macht es schwer für diejenigen, die abwägen, rechnen und nicht nur einfach tun.

Meinung: Ich wünsche diesem Buch viele, viele Leser! Es ist klug, zitierfähig außerhalb des Smalltalks und trifft vieles, was des Nachdenkens lohnt. Genau das Richtige für nachdenkliche Stunden auf der Suche nach Sinn/Orientierung und Glaubensätzen.

Für wen: Denker, Pragmatiker, trotzdem glauben-wollende

 

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