Helen Cullen: Die verlorenen Briefe des William Woolf – mit Interview

Helen Cullen: Die verlorenen Briefe des William Woolf - mit Interview

Helen Cullen:

Die verlorenen Briefe des William Woolf – mit Interview

Anlass: Ich liebe Romane, in denen man sich schreibend verliebt – oder zumindest darüber nachdenkt, was wäre, wenn man diese Person träfe. Tolle Beispiele sind hier zum Beispiel Gut gegen Nordwind/Alle sieben Wellen(kommt übrigens diesen September ins Kino, den muss ich unbedingt sehen-wer noch?)

Inhalt: William Woolfe ist Briefdetektiv im Depot für verblichene Briefe in Ost-London. Dort landen alle unzustellbaren Briefe aus England, bei denen die Tinte verschmiert ist oder die Postleitzahl fehlt – oder gleich die ganze Stadt. Er und seine Kollegen öffnen diese verborgenen Schätze und versuchen, durch den Inhalt auf den Adressaten zu schließen und so die Post noch zustellen zu können. William findet dabei eines Tages einen Brief von einer Winter, die an ihre große Liebe schreibt, der keinen Namen hat, weil sie ihn noch nicht kennt. Und sie beschreibt sich und ihn, den unbekannten Traummann, so, dass William anfängt, Winter zu suchen. Er ist verheiratet mit Clare, seiner Jugendliebe, die ihm aber aus dem Weg geht und ihm immer wieder klar macht, dass er ihre Erwartungen an ihn als Ehemann nicht erfüllt. William aber liebt Clare immer noch – oder zumindest die Clare, die er einmal kennenlernte.

Meinung: Das ist ein absolut zauberhaftes Buch über die Frage, wie man es schaffen soll, den Zauber der Liebe aufrecht zu erhalten trotz Alltag und vergehender Zeit. Es ist immer leicht, sich in Phantasien von Menschen zu verlieben und Zauber zu spüren, wenn man noch nie eine gemeinsame Magen-Darm-Grippe durchlebt hat oder noch keine neuen Falten am Hals aufgetaucht sind. Man noch nie enttäuscht war wegen eines abgesagten Dates wegen Überstunden und und und.

Für wen: Für alle, die sich schon einmal die Frage gestellt haben, wie Liebe die Zeit und das gemeinsame älter werden überleben soll.

Ich habe die Autorin getroffen und ihr einige Fragen stellen dürfen – sie ist genauso sympathisch, wie ihr Buch schön ist. Wusstet ihr, dass ihr Partner Deutsch-Ire ist und Verwandte in München hat? Da entfielen schon einmal die ganzen: bist du das erste Mal in Deutschland/München Themen ;-).

Was mich aber viel mehr interessiert hat, woher sie die Inspiration für das Buch genommen hat – Antwort: sie lebte zum Zeitpunkt des Schreibens genau in dem Viertel, das sie in London beschreibt und kommt ursprünglich aus Dublin, so dass die Pubs, Märkte, Straßenecken und Co deshalb so lebendig klingen, weil sie tatsächlich vor ihrer Haustür existieren.

Winters so extravaganter Kleiderstil wurde auch durch die Farbenpracht von Londons Stil inspiriert-und ich kann bestätigen, dass London bunt ganz anders ist als Berlin/München extravagant – Winter scheint mir da sehr hineinzupassen. Genauso wie Helen denkt, dass so ein “wish upon a star”, um die große Liebe zu finden, durchaus vielen bekannt ist 🙂 und sie beim Schreiben auch an die klassische Flschenpost gedacht hat.

Toll war auch, sie fragen zu können, welche Botschaft sie aussenden wollte: neben dem Plädoyer für die Liebe, die lange Zeit hält und das imer wieder neu verhandeln können von Partnerschaft, ging es ihr auch um die Mgie von Briefen in unserer digitalen Welt. Ihr ging es darum, dass man sich wieder daran erinnert, wie schön es ist, Briefe zu erhaltem statt Mails – und wie viel mehr ein Brief “ich denke an dich” sagt.

Ich hätte mich gerne noch länger mit ihr unterhalten – was hättet ihr wissen wollen?

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2 comments on “Helen Cullen: Die verlorenen Briefe des William Woolf – mit Interview”

  1. karin Antworten

    Hallo Franzi,

    hmmmm, was für eine romantische Geschichte in Zeiten von Handy/Whats up…schön das es sowas noch gibt!!

    Danke deshalb auch für die Vorstellung…schönen Mittwoch..LG..Karin..

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