Der Tag der Poesie

Wann habt ihr das letzte Mal ein Gedicht gelesen und es genossen? Noch nie? Maximal zu Schulzeiten, als wir in der Abiturvorbereitung gefühlt jede Woche eine Analyse schreiben mussten und vielleicht mal eins dabei war, das etwas auslöste? Bei mir war so eins z.B. Stufen von Herrmann Hesse, das fand ich mit 18 wunderschön „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“ ist doch ein schöner Denkanstoß, oder?

Das letzte Gedicht, das an meiner Wand hing – und das ich heute vorstellen möchte anlässlich des Tags der Poesie – war

Der Panther von Rilke:
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

 

Ich mag es unglaublich gerne, weil es sein trauriges Sujet sprachlich so eindrücklich präsentiert – der Sprachrhythmus ist so schleppend wie die Schritte des Panthers und der Kontakt mit dem gefangenen Tier in der letzten Strophe, wenn es die Augen öffnet, geht mir ans Herz.

Und ich finde, wir alle lesen viel zu wenig Gedichte – kann mich nicht erinnern, wann ein Gedichtband zuletzt auf einer Bestsellerliste stand. Deshalb habe ich mich umso mehr gefreut, als Viking auf mich zugekommen ist, um den Tag der Poesie zu feiern und euch ein Herzensgedicht von mir zu präsentieren mit schönen Schreibutensilien. Wie findet ihr es? Habt ihr schon mal daran gedacht, ein Gedicht als Wandschmuck zum Nachdenken zu nutzen?

#VikingWorldPoetryDay

 

in freundlicher Zusammenarbeit mit Viking

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